Tour 07 Elmstein - Johanniskreuz

Regen oder Gewitter sind für heute vorhergesagt. Leider gibts hier Frühstück erst ab 8:00. Also stell ich mal den Wecker auf 7:30

42€ bar auf die Hand für die Nacht mit Frühstück ist angemessen. Meinen Namen hat hier niemand Interessiert. 

 

8:45 Abmarsch mit kurzer Hose und Tracking-Sandalen scheint für heute angemessen.  Was sich aber als schon nach etwa 45 Minuten als falsch rausstellen sollte. Zuerst waren es ja auch nur ein paar Tropfen

 

Regentropfen. Dazu gesellten sich allerdings immer mehr. 

 

Also spannte ich meinen Allwetterschirm auf und klippste ihn in den Schulzergurt am Rucksack ein. Eine tolle Sache - viel besser als mit zuener Regenjacke und darunter noch mehr schwitzen. Leider war der Weg nicht gut gepflegt, also mache ich öfters mal einen kleinen Knicks und verbeuge mich vor den tiefhängenden Ästen. Als Dankeschön schleudern mir diese beim Weggehen noch ein paar Tropfen hinterher: auf Ellenbogen und Nacken. 

 

Sogar den  vielen Schnaken hier war es zu feucht und die suchten Schutz - aber warum ausgerechnet unter meinem Schirm. Wahrscheinlich weil ich hier der einzige Pilger bin. Ich hab bisher noch keinen getroffen, mit Ausnahme des stummen Pilgers in Speyer. Als Dankeschön wollten sie mich ein Biss-chen küssen. 

 

Meine Socken und Trackingsandalen sahen schei... aus und quitschten vor Nässe.  Nur zu gerne hätte ich mich auf eine überdachte Bank gesetzt und um auf Wanderschuhe und trockene Socken zu wechseln. 

 

11:30 Ankunft am Waldschlössel. Prima - endlich, der sah ich von Weitem die Erlösung: ein Schild mit nem grünen H. Ich würde dann den Bus für die 5 km nach Johanniskreuz nehmen. Ich warte also erstmal. Ist sehr ruhig hier. Wann kommt denn det nächste? Mal nachsehen. Der nächste kommt um 13:48 :-(

Immerhin kein Regen mehr und eine paar trockene Treppenstufen bei einem Haus hier. Prima. Endlich kann ich die feuchten Füße auspacken und mir das heutige Ergebnis ansehen. Oje. Meine beiden Fersen ist sehr hautig geworden. Also erst mal trocken legen, neue Socken und g‘scheite Wanderschuhe an. Igitt. Meine nassen Socken und Sandalen sehen ja aus. Zum Glück hat der Rucksack eine Außenfach mit Netz für sowas 

 

Frühstücksweck Nummer zwei essen und weiter

 

12:00 los gehts

Der Weg ist hier teilweise schwierig zu unterscheiden von der üppigen Natur. Schilder fehlen teilweise. Vor allem dort wo man sie bräuchte. 

 

Dann fand ich ein lustiges Toleranzschild für Biker und Fußgänger. Allerdings kann ich mir ein Mountainbikes hier nur schwer vorstellen. Der Weg ist im schlechten Zustand. Viele umgestürzte große Bäume. Für Fußgänger schon schwierig. 

 

Nur noch etwa 2 km bis zu meinem Tagesziel. Nach mehreren Versuchen im Wald den richtigen Wanderweg zu finden, stehe ich nun hier an der Landstraße zum Johanniskreuz. Hab beschlossen nun dieser zu folgen. Soviel Verkehr ist hier nicht. 

 

Von hinten kommt ein Polizeiauto, macht das Blaulicht an und de Beamte sagt es sei gefährlich hier zu laufen und ich könnte ein Stück mitfahren. Ich lehne dankend ab, denn ich will ja ehrlich nach Santiago de Compostella kommen. „Wir können Sie auch mitnehmen aufs Revier für eine Personenfeststellung“, hörte ich. Aha die meinten es also ernst mit einsteigen. Ich gab zu „ja es ist sehr gefährlich hier und fragte ob sie mich ein Stück mitnehmen könnten“. Leidet war aber dieses Gespräch nur ein kurzer „daydream“ und ich lief tapfer weiter 

 

13:50 Ankunft am Johanniskreuz. Es ist immer noch trocken mit etwas Sonne

 

Im Cafe Nicklis gibts wieder einen Stempel, Schokoladencremetorte und Eisschokolade. Ein paar freundliche Motorradbiker interessierten sich sehr für mich und meine Pilgergeschichte. Auch die Gespräche an den anderen Tischen wurden ruhiger. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählenu