Mein Jakobsweg 2019 .. .. der Weg ist das Ziel

Tag 28    31.5.2019:   Villafranca del Bierzo nach La Faba 23,1km

Link zur Tour:  Komoot_Link_fehlt_noch

23,1 km  x m  x m

5:00 Die ersten Tütenraschler und Türenrumser sind schon aktiv. 

5:22 die ersten gehen los. Ich gehe nochmal ins Bett. Allerdings mit wenig Erfolg auf Schlafen. 

Ein üppiges Frühstück für 3€. Man kann sich sogar noch etwas holen. 

7:05 Abmarsch, so früh wie noch nie. 

Kalter Wind und Jacke. 

Jacke wieder aus. Und die Mütze: mal runter und wieder drauf. 

7:40 kurze Pause, Socken wechseln. 8 km mit 5,3 km/h durchgerannt. 

9:20 10 km gelaufen. Zweites Frühstück: kleines Stück Schokokuchen mit schöner Schoko Sauce verziert, Cola, Kitkat 4€. Hier spricht man auch ganz gut deutsch. Ist eine sehr schöne Herberge. Hat DZ und 5 Bett nett eingerichtet. 

Sehr viele Häuser in Spanien werden verlassen und stehen zum Verkauf an oder zerfallen. Ich habe dazu mal heute ein Bild eingestellt. Hier kann man wohl günstig Häuser kaufen. Jemand hat erzählt von so 10.000€. 

Wir haben Hans wieder getroffen, als er gerade an uns vorbeiziehen wollte. Wir haben ihn eingeholt, denn hier ist es eben. 

12:15 kühle aqua con gas, Banane 1,80€

Ich habe heute etwas braunes auf dem Boden gefunden und es fotografiert. Suchspiel: was ist es und wo lag es? Wer kommt drauf? Antworte bitte via email (Link oben). 

Außerdem habe ich euch heute auch mal meine bisherigen Trophäen (Stempel im Pilgerausweis) eingestellt. 

Bei 32° gehts hier sehr steil bergauf. Hans hat uns ganz locker mal gezeigt, wer von uns in den Bergen zuhause ist. Hat uns ganz locker in seinem karminroten Mäntellein abgehängt. 

14:15 Albergue La Faba ist eine schwäbische Herberge von einem Mann aus Stuttgart gegründet für 5€ die Nacht. Frühstück gegen Spende. Im Pilgerbuch und im Internet steht: wer ein schwäbisches Gedicht aufsagen kann, darf hier umsonst pennen. Komisch nicht? Wo doch die Schwaben sonst immer so sparsam sind. Die Rückfrage von mir, ob es eine Mindestlänge gäbe, haben sie sich erspart und sind ausgewichen. Sind halt sehr sparsam, die Schwaben. Ich nehme all meinen Mut und Kenntnisse der schwäbischen Sprache zusammen und versuche mich es: „man sächd net sächde - ma sächd sage“. Die beiden gugge mich nur komisch oo. Also ein neuer Versuch, auch wenn das auch badisch sein könnte: „schelle se ned mit sellere Schell. Selle Schelle schellt ned. Nehme se sellere Schell. Selle Schelle schellt“ (Übersetzung: Schelle=Klingel oder Glocke). Auch das war ihnen nicht recht. Dabei ist ned gebroddelt eigentlich schon gelobt. Sie nannten mir zwei Namen berühmter schwäbischer Dichter, die ich aber nicht kenne. Eine der beiden hatte aber einen starken Akzent: sie kommt aus Polen und die andere aus Köln. Wahrscheinlich haben sie deshalb vorhin so komisch geguggd. Wahrscheinlich haben sie nix verstanden. 

Wäsche waschen lassen mit Maschine für 2€. Die Hose und Shirts sehr aus, wie neu und riechen auch irgendwie anders. 

Einkaufen: Müsliriegel, Waffeln, Kiwi 4€

Feierabendbierchen 1,50€

Abends haben wir nur 2 Bars hier in dem sehr kleinen Bergdorf zur Auswahl: bei den Öko-freaks (vegetarisch) oder normal. Habe mich für Pasta, Kalbsfleisch, Pommes, Pilgertorte und Wein für 10€ entschieden statt Gemüsesuppe und Reis. 

Einer (oder zwei) in der Öko-Herberge pilgern schon mehrere Jahre irgendwie hin und her und schnorren sich wohl irgendwie durchs Leben. Er wollte mir dieses Leben auch schmackhaft machen. Ich habe mal kurz drüber nachgedacht. Hab dann aber abgelehnt und gesagt dass es für ein Wochen ganz gut sei. Und dass ich dann wieder auf ein normales Leben freue: morgens früh auf und zur Arbeit fahren, Rasen mähen, Autos tanken, Trinken kaufen, Arbeit an Haus und Hof...

Wobei ich mir jetzt beim Schreiben gar nicht mehr so sicher bin, wer Recht hat.